Historischer Verein Lebach E. V.

50 Jahre Michaelsschule

Am 19. Juni d.J. feierte unsere Michaelsschule in Lebach ihr 50-jähriges Bestehen. Hierüber berichtete auch die Saarbrücker Zeitung (hier einfach anklicken, um zum SZ-Bericht zu kommen).

Alexa Harig, die als Lehrerin schon viele Jahre an der Michaelsschule tätig ist, hat anlässlich dieses Jubiläums eine Festschrift gefertigt; die wichtigsten Daten hieraus hat sie uns in einem PDF-Dokument zusammen gestellt (hier einfach anklicken, um zum PDF-Dokument zu kommen).

Lebacher Lehrerkollegium vor 1900, Fotoarchiv: Leidinger-Senzig

Ganz schön strenge Blicke (man hat sofort das Gefühl, was ausgefressen zu haben): zum Vergrößern dieses Bild einfach anklicken!

Hoch interessant ist in diesem Zusammenhang, die Schulchronik der Lebacher Volkschule bzw. Elementarschule zu lesen, die uns Egon Gross dankenswerterweise in lateinische Schreibweise transkribiert hat. Die Urschrift stammt aus dem Juni 1937 und wurde von dem damals bereits pensionierten Schulrektor Josef Leonardy verfasst. Man muss dabei den Eindruck haben, dass die Chronik nicht organisch gewachsen, sondern von Josef Leonardy zu unterschiedlichsten Themen (die auszugsweise überhaupt nicht schulbezogen sind) sozusagen im Rückblick geschrieben oder wenigstens zusammen getragen worden ist. Darauf deutet auch die von Egon Gross transkribierte Urschrift, die – bildhaft gesprochen – wie in einem Guss geschrieben scheint.

Lebacher Lehrerkollegium 1935, v.l.n.r. stehend: Senzig, Augustin, Gräber, Grenner, N.N.; sitzend: Steffen, Böffel, Rektor Leonardy, Britz und Werner; Fotoarchiv: Egon Gross

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Die Themenvielfalt ist wirklich bunt: Die Chronik beginnt mit der Aufzählung der ersten Lehrerinnen und Lehrer in preußischen Diensten. Darauf wird der Schulbau von 1820 intensiv beleucht. Ausführlich berichtet der Chronist sodann über die (vermutlich) erste Sedansfeier in Lebach; der Bericht ist getragen von großen patriotischen Gefühlen. Aus dem Rahmen fällt die Geschichte der Errichtung des Jabacher Laufbrunnens im Jahr 1876. Wieder aufgegriffen und zum Großteil wiederholt wird die Chronologie der Anstellung der Lehrerinnen und Lehrer, beginnend nach den Napoleonischen Kriegen mit der Errichtung der königlichen Schulordnung in der preußischen Rhein-Provinz. Ein Lehrer Britz zeichnet einen Artikel vom 15. Oktober 1884 über die Vierherrschaft Lebach. Es folgt ein Exkurs über das Schloss zur Motten und die Ritter von Hagen. Ohne Datumsangabe wird im Anschluss beschrieben, wie Kaisers Geburtstag gefeiert wurde (natürlich verbunden mit der Ausgabe der Kaiser-Wecken). Sehr emotional ist auch die Festrede, die am 22. März 1887 zum 90sten Geburtstag des Kaisers Wilhelm I in Lebach gehalten wird; leider ist nicht festgehalten, wer sie vorgetragen hat. Bevor Josef Leonardy versucht, die Geschichte der Lebacher Volksschule bzw. Elementarschule systematisch zu erzählen, gibt es noch “Anmerkungen”, die Informationen zu unterschiedlichsten Punkten auflisten, wie z.B., dass die Kartoffel in Lebach 1690 durch holländische Hüttenarbeiter, die auf der 1685 errichteten Dillinger Hütte arbeiteten, eingeführt wurde und die Ernährung unserer Bevölkerung durchgreifend verbesserte.

Lehrerkollegium 1950, v.l.n.r. stehend: Gräber, Riehm, Folz, Alt, N.N., Werner, Kreuzer; sitzend: Senzig, Amtsvorsteher Schulien, N.N., Braun, Pastor Kneipp, Kaplan Fischer, Storb und Leidinger; Fotoarchiv: Egon Gross

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Also:

Auf zum Lesen der bunten Lebacher Schulchronik (einfach hier anklicken, um zum PDF-Dokument zu gelangen)! Viel Vergnügen!

Lothar Schmidt

Fr, Juli 30 2010 » Egon Groß, Jahrestag, Jubiläum, Lothar Schmidt, Schulen, Veranstaltung » No Comments

Eidenborner Schulchronik 1904-1953

Theo Heinrich hat eine wunderbare Sache angefertigt und hinterlassen: die Abschrift der Eidenborner Schulchronik, wie sie zwischen 1904 und 1953 geführt wurde.

Eidenborner Volksschule; Foto: Marliese Conrad

Feuerwehrübung vor der alten Eidenborner Volksschule; Fotoarchiv: Theo Heinrich

Das Original, das beim Umzug von der alten in die neue Eidenborner Schule verlorgen gegangen sein soll, ist allerdings im Hinblick auf die Zeit des Nationalsozialismus verstümmelt worden. Es fehlen Zeiten vor Ausbruch des 2. Weltkrieges (1936 – 1939) wie auch die Endphase dieses entsetzlichen Krieges (1943 – 1945); die entsprechenden Seiten wurden herausgerissen. Theo Heinrich merkt hierzu in der Abschrift (S. 53) an, der Chronist (der ja auch der Dorfschullehrer war) sei Lothringer gewesen und habe sich – wie man vermuten darf – gegenüber den französischen Besatzungsbehörden  nach dem Ende des 2. Weltkrieges politisch entlasten wollen.

Die Abschrift von Theo Heinrich ist Egon Gross überantwortet worden. Er hat sie uns hier nun freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Auch die alten Bilder hat er uns dankenswerterweise zur Veröffentlichung übergeben.

Eidenborner Volksschule 1914, Lehrer Zander und Lebacher Kaplan; Fotoarchiv: Theo Heinrich

Eidenborner Volksschule, Lehrer Kreutzer; Fotoarchiv: Theo Heinrich

Eidenborner Volksschule, Jahrgang von Fräulein Böffel, Fotoarchiv: Theo Heinrich

Diese Jahrgangs-Bilder zum Vergrößern einfach anklicken!

Lothar Schmidt

Do, Juli 22 2010 » Egon Groß, Lothar Schmidt, Schulen » No Comments

Lebacher Veteranen 1870-1871

Mitgliederliste des Lebacher Kriegervereins (Eidenborn, Lebach, Hahn, Niedersaubach und Rümmelbach) von 1899 wieder aufgetaucht

ebenso die Erhebung des Lebacher Amtsbürgermeisters Lamberty über die noch lebenden Veteranen des Deutsch-Französischen Krieges aus dem Jahr 1903 in der Bürgermeisterei Lebach

Wie der Zufall es will: In diesen Tagen jährt sich zum 140. Mal der Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges am 19. Juli 1870, als das französische Kaiserreich dem Deutschen Bund den Krieg erklärt hatte. Albert Wagner ist auf die Listen im Lebacher Stadtarchiv gestoßen, und Egon Gross hat sie uns in lateinische Schreibweise aus dem deutschen Süterlin transkribiert.

Es handelt sich um die Mitgliederliste des Lebacher Kriegervereins von 1899 (einschließlich der selbständigen Gemeinden Eidenborn, Hahn, Niedersaubach und Rümmelbach). Ob die übrigen selbständige Orte der Bürgermeisterei Lebach (Falscheid, Knorscheid, Jabach, Landsweiler und Primsweiler) eigene Kriegervereine hatten, wissen wir nicht.

Zusätzlich gibt es eine Erhebungsliste aus der gesamten Bürgermeisterei Lebach aus dem Jahr 1903, in der die Ortsvorsteher anzugeben hatten, wie viele Veteranen des Deutsch-Französischen Krieges in den jeweiligen Gemeinden noch lebten. Manche Rückmeldungen der Ortsvorsteher sind sogar namentlich ausgeführt. Der Hintergrund der Erhebung des Amtsbürgermeisters Lamberty war wohl, die besonderen gesetzlichen Leistungsansprüche der Kriegsteilnehmer (z.B. wegen Invalidität) gegenüber der preußischen Staatsverwaltung  zu erfassen.

Hierbei lebten in Eidenborn noch 4, in Falscheid 7, in Jabach 4,  in Knorscheid 3, auf dem Hahn 2, in Landsweiler 13, in Lebach 21, in Niedersaubach 12, in Primsweiler 2 Veteranen. Rümmelbach hatte keinen noch lebenden Kriegsteilnehmer zu verzeichnen. Zusammen waren das 68 Veteranen aus dem damals 32 Jahre zurückliegenden Krieg.

Die beiden Listen sind hier in einem PDF-Dokument (12 MB) zusammen gefasst. Die Transkription hat Egon Gross jeweils auf der folgenden Seite des Dokumentes vorgenommen.

Kriegerdenkmal auf dem Lebacher Friedhof

Eine Liste der Gefallenen aus der Bürgermeisterei Lebach ist nicht aufgetaucht. Auch auf dem Lebacher Friedhofskreuz, das nach Recherchen von Albert Wagner vom Lebacher Kriegerverein 1908 errichtet worden ist, sind die Namen der Gefallenen nicht aufgeführt. Überhaupt erinnert nichts (mehr) an den kriegsgeschichtlichen Hintergrund.

Lothar Schmidt

P.S.:

Hermann Ziegler hat auf die Bitte von Egon Gross hin die Storb’schen Familienbücher nach dem Todesjahr 1870 bzw. 1871 durchforstet. Dabei hat er nur 3 Todesfälle gefunden, die mit dem Krieg in Zusammenhang stehen könnten. Uns ist allerdings unklar, ob das Lebacher Standesamt überhaupt die Kriegstoten aus 1870 bzw. 1871  in der Regel beurkundet hat.

Do, Juli 22 2010 » Albert Wagner, Denkmal, Egon Groß, Kriege, Lothar Schmidt » No Comments

Antonius-Fest in Niedersaubach

Festschrift geht in Druck

Vom 20. bis zum 22. August 2010 wird Niedersaubach “100 Jahre Antonius-Kapelle” feiern.

Anlässlich dieses Jubiäumsfestes werden wir eine Festschrift herausgeben, die gerade in Druck gegangen ist und Ende dieses Monats an alle Saubacher Haushalte kostenlos verteilt wird (einfach hier anklicken zum Herunterladen).

Foto: Pastor Frank-Oliver Hahn

In dieser Festschrift ist auch das Programm der Jubiläumsfeier nachzulesen (einfach hier anklicken zum Herunterladen).

Wir denken, dass die Festschrift richtig toll geworden ist.

Viel Spaß bei der Lektüre!

Lothar Schmidt

So, Juli 18 2010 » Allgemein, Veranstaltung » No Comments

140 Jahre Deutsch-Französischer Krieg

5 Lebacher arbeiteten für die Kriegsgräberpflege des Volksbundes in Gravelotte

Gravelotte liegt etwa 15 km westlich von Metz. In dem kleinen, malerischen Bauern-Dörfchen, das etwa so groß wie Niedersaubach ist, befindet sich ein Ossarium (Gebeinhaus), in dem viele tausend deutsche und französische Soldaten vor allem in einem Massengrab beerdigt sind.

Hier ist die Kartenansicht in maps.google.de (einfach anklicken)!

Es gibt auch noch einen dem Gebeinhaus vorgelagerten Friedhof, auf dem sich nur scheinbar Einzelgräber befinden. In Wahrheit sollen sie in den Folgejahren des Deutsch-Französischen Krieges auch zu Massengräbern geworden sein. Die Soldaten fielen, nachdem Frankreich Preußen -  und damit dem Deutschen Bund – am 19. Juli 1870, also vor 140 Jahren, den Krieg erklärt hatte, in den 3 Schlachten um Metz am 14., am 16. und am 18. August 1870 (die Schlacht bei Spichern war schon am 6. August geschlagen worden, und die Schlacht bei Sedan würde noch mit der Kapitulation des französischen Kaisers am 2. September 1870 folgen).

Das Ossarium in Gravelotte, Foto: Lothar Schmidt

Das Ossarium in Gravelotte, Foto: Lothar Schmidt

In diesen 3 Metzer Schlachten fielen ca. 20.000 deutsche Soldaten, und auch die französischen Verluste (ca. 10.000 Gefallene) waren furchtbar.

Carl Röchling (*1855 in Saarbrücken, + 1920 in Berlin), Der Tod des Majors von Halden am 18. August 1870 in Gravelotte; Foto: gemeinfrei laut Wikipedia

5 Lebacher hatten sich schon im letzten Jahr dem Volksbund des Saarlandes angeboten,  ehrenamtlich für die deutsche Kriegsgräberpflege im grenznahen Frankreich zu arbeiten. Joachim Gross, Bernhard Huwer, Alfred Scherer, Lothar Schmidt und Klaus Wenske hatten sich vorgenommen, einmal im Jahr dem Volksbund einige Tage für die Kriegsgräberpflege zur Verfügung zu stehen – aus Dankbarkeit dafür, dass Europa nach den Tragödien der großen Kriege des 19. und 20. Jahrhunderts einen wundervollen Frieden garantiert. Dafür steht auch das Motto des Volksbundes: Versöhnung über den Gräbern.

Aus Anlass des 140sten Jahrestages der Schlacht bei Gravelotte am 18. August 2010 vermittelte unser saarländischer Volksbund den 5 Lebachern im Juli dieses Jahres einen Arbeitseinsatz im gleichnamigen Ossarium (Gebeinhaus). Das Ergebnis lässt sich sehen (hier einfach anklicken).

Eine stattliche romanische Wandelhalle (etwa 15 m mal 15 m im Quadrat) umschließt wie in einem Kloster einen Innenhof, in dem Tausende von deutschen und französischen Gefallenen beerdigt worden waren. Das Problem in jenen heißen Tagen im August 1870 um Metz war, dass man die Leichen nur notdürftig auf den knochentrockenen Feldern – nicht tief genug – beerdigen konnte. Schon bald waren viele Leichen durch den Herbstregen frei gespült worden, sodass man sich wegen des bestialischen Gestanks auf den ehemaligen Schlachtfeldern entschloss, die sterblichen Überreste wenigstens teilweise in dem besagten Massengrab in der notwendigen Tiefe zu bestatten. Wie viele deutsche und französische Tote tatsächlich hier zusammen beerdigt worden sind, weiß niemand.

Der Frankreich-Beauftragte des Volksbundes, der seinen Sitz in Metz hat, Eckhart Holtz (ganz links) besucht die Lebacher (v.l.n.r.): Alfred Scherer, Bernhard Huwer, Lothar Schmidt, Joachim Gross und Klaus Wenske.

Der Frankreich-Beauftragte des Volksbundes, der seinen Sitz in Metz hat, Eckhart Holtz (ganz links) besucht die Lebacher (v.l.n.r.): Alfred Scherer, Bernhard Huwer, Lothar Schmidt, Joachim Gross und Klaus Wenske; Foto: Lothar Schmidt

In den von Säulen eingefassten Nischen der Wandelhalle befanden sich Erinnerungstafeln aus Marmor, die an die Gefallenen der beteiligten preußischen bzw. deutschen Armeen erinnerten. Dem Eingang des Ossariums gegenüber stand ein Engel, der eine Pergamentrolle bewachte, auf der alle ca. 40.000 Namen der deutschen Soldaten standen, die während des Deutsch-Französischen Krieges gefallen waren. Weil nun leider in den Folgejahren das deutsch-französische Verhältnis nicht immer so gut war wie in unseren Tagen, sind die Marmortafeln zum Großteil zerschlagen, der Engel zerstört und die Pergamentrolle beseitigt worden.

Jacques Wagner (Metz), der Liegenschaftsbeauftragte für die über 200 deutschen Soldatenfriedhöfe in Frankreich, hat uns in einem Papier kurz die Geschichte des Ossariums in Gravelotte wiedergegeben (hier einfach anklicken).

Der Volksbund hat viel Geld in die Hand genommen, um die zerstörten Gedenktafeln wiederherzustellen. Die Aufgabe der Lebacher Helfer war es nun, die neu gelieferten Tafeln und die wenigen alten, welche den Vandalismus überlebt hatten, entsprechend der überlieferten Ordnung in den Nischen zu gruppieren und an den ursprünglichen Stellen wieder aufzuhängen. Und das war schon viel Arbeit. Die ca. 150 Tafeln haben nun wieder ihren angestammten Platz gefunden.

Uns Saarländern empfiehlt es sich, die rechte hintere Ecke anzuschauen, in der an die Gefallenen der Rheinischen Regimenter erinnert wird. In diesen in Saarbrücken, Trier, Koblenz oder Köln stationierten Einheiten hatten nämlich in der Regel unsere Vorfahren gedient. Leider ist es uns bisher nicht gelungen herauszufinden, ob sich unter den Gravelotter Toten auch Soldaten aus Lebach befinden. Diese müsste man im Metzer Militärarchiv suchen, wo sich eine Kopie der Gravelotter Pergamentrolle befindet.

Lothar Schmidt

Do, Juli 8 2010 » Denkmal, Jahrestag, Lothar Schmidt » 1 Comment

Rümmelbach-Humberg-Weg

Anlässlich der Eröffnung der erneuerten Rümmelbacher Dorfmitte mit der grundsanierten Brunnenanlage wurde Ende Mai d.J. auch eine Infotafel eingeweiht, welche auf die erdgeschichtlichen Besonderheiten unserer Heimat hinweist.

Vor ca. 280 Millionen Jahren, als die Gegend um Rümmelbach bis nach Humberg bei Bad Kreuznach noch am Grund eines großen Binnenmeeres lag, das damals 3 mal so groß wie der heutige Bodensee war, begann mit dem langsamen Auftauchen des Meeresbodens ein Prozess, den man Gesteinsverrostung nennt. Es bildete sich Rost, der sich in Ton einlagerte. Diese Gemengelage nennt man auch Toneisenstein, der in unserer Gegend den Namen “Lebacher Eier” erhielt.

Die erdgeschichtlichen und geologischen Zusammenhänge kann man ganz wunderbar erfassen, wenn man das Buch von Dr. Ilse Winter-Emden liest, das hier veröffentlicht ist: “Die Lebacher Erzgruben”.

So wurde Rümmelbach vom 16. Jahrhundert an ein Zentrum des Erzbergbaus, dessen Geschichte bergrechtlich erst 1960 “geschlossen” wurde. Die letzten Grabungen erfolgten im Auftrag der nach Autarkie strebenden Landesregierung von Johannes Hoffmann 1952. Ähnliche Versuche wurden aus vergleichbaren Gründen 1937 nach der Rückgliederung an Deutschland  während des “3. Reiches” unternommen.

Man kann behaupten, dass das Rümmelbacher Erz für die sich entwickelnde Eisen- und Stahlindustrie im Saargebiet des ausgehenden 17. Jahrhunderts ein überaus begehrter Rohstoff war. Vor allem die 1685 begründete Dillinger Hütte und die Bettinger Schmelze, welche von den Dillinger “Hüttenbaronen” 1710 als Nebenbetrieb aufgebaut worden war, verdanken ihre Erfolgsgeschichte nicht zuletzt dem wertvollen Rohstoff aus Rümmelbach.

Zwischen 1992 und 1993 wurden vom Bad Dürkheimer Pfalzmuseum in Kooperation mit dem saarländischen Landeskonservator Grabungen durchgeführt, um Fossilien aus der Urzeit zu bergen. Die kostbaren geologischen Funde sind heute ausgestellt im Pfalzmuseum für Naturkunde auf der Burg Lichtenberg bei Thallichtenberg im Kuseler Land.

Die auf der Infotafel ausgestellte Wanderkarte markiert die alten Erzgruben. Man wird sie immer dann wiedererkennen, wenn nicht die rötlich gefärbte Erde, die wir sonst aus unseren Buntsandsteinformationen kennen, zu sehen ist, sondern ein grau gefärbter, sich schmierig anfühlender Tonschieferstein auftaucht. In solchen Schiefersteinnestern kann man in der Regel auch Lebacher Eier finden.

Den Wanderweg kann man hier bei maps.google.de nachvollziehen: Rümmelbach-Humberg-Weg.

Am 10. April d.J. hat eine kleine Gruppe den Weg erwandert.

Lothar Schmidt

Di, Juni 29 2010 » Allgemein » No Comments

Buslinie “Gresaubach-Lebach” anno 1926

1978 veröffentlichte Egon Gross in der Festschrift “Gresaubacher Erze” anlässlich der gleichnamigen Briefmarkenausstellung des Lebacher Briefmarkenvereins im Lokal Alt-Saubach einen Artikel zur Geschichte des Busverkehres zwischen Lebach und den umliegenden Ortschaften.

Deutlich wird dabei, wie beschwerlich die Anfahrt der Berg- und Hüttenarbeiter zu ihren Arbeitsplätzen auf den Gruben und Hütten des Saargebietes war. Die Begründung von Omnibus-Fahrgemeinschaften war dabei der Versuch, diese Beschwernisse etwas zu erleichtern.

Die Linie “Gresaubach-Lebach” wurde zwischen 1926 und 1929 vom “Omnibus-Nickel” privat betrieben. 1929 wurden die privaten Lebacher Buslinien vom Landkreis Saarlouis in eine öffentlich-rechtliche Trägerschaft überführt.

Nikolaus Herrmann 1936 als Beamter der Reichspost, welche später die Buslinien des Landkreises betrieb, Fotoarchiv: Egon Gross

Den entsprechenden Artikel kann man hier (einfach anklicken) anschauen. Ich empfehle darin die Passage, wo erklärt wird, wie der Zustieg in Lebach beim Gasthaus “Zum Klopp” geregelt war. Die in der Kneipe wartenden Fahrgäste hängten eine brennende Laterne vor die Tür, um Nikolaus Herrman zu signalisieren, dass er anhalten sollte, damit sie zusteigen konnten. Wie schnell dann der Einstieg vonstatten ging, ist nicht überliefert.

Lothar Schmidt

P.S.:

Die 1978 anlässlich der Briefmarkenausstellung in Gresaubach erstellte Festschrift kann hier herunter geladen werden.

Do, Mai 20 2010 » Egon Groß, Verkehr » No Comments

Historischer Kalender 2010

Die Lebacher Mühlen

stehen jetzt auch im PDF-Format zum Download (11 MB)  bereit.

Historischer Kalender 2010 - Die Lebacher Mühlen

Lothar Schmidt

Di, Mai 11 2010 » Albert Wagner, Benno Müller, Egon Groß, Historischer Kalender, Johannes Naumann, Josef Heinrich, Josef Lattwein, Klaus Altmeyer, Klaus Feld, Reiner Jost, Susanne Leidinger, Thomas Rückher » No Comments

Historischer Kalender 2011

Wir bitten um Ihre Mithilfe

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger aus allen Stadtteilen,

unser Historischer Kalender 2011 wird sich  mit den Schulen aus allen Ortsteilen unserer Stadt beschäftigen.

Lebacher Schulhaus bis 1820, Fotoarchiv: Susanne Leidinger

Lebacher Schulhaus bis 1820, Fotoarchiv: Susanne Leidinger

Wir sind dabei dringend darauf angewiesen, dass Sie uns durch die Überlassung von Bildern und sonstigen Dokumenten, welche die Geschichte unserer Schulen betreffen, unterstützen. Wir bitten Sie herzlich um Ihre Mithilfe!

Danke!

Richard Wagner, Vorsitzender, Tel.: 06881 53355

Mi, Mai 5 2010 » Historischer Kalender, Publikationen, Richard Wagner » No Comments

100 Jahre Antoniuskapelle 1910 – 2010

Programm für Kapellenfest im August steht

Vom Freitag, 20. August, bis zum Sonntag, 22. August 2010, also am Wochenende nach den Großen Ferien, wollen wir den 100. Jahrestag der Einweihung unserer Saubacher Antoniuskapelle begehen.

Ein Festausschuss unter der Leitung von Elli Warken (als Pfarrgemeinderat für die Kirchengemeinde) und von Werner Schmidt (als Ortsvorsteher für die Zivilgemeinde) hat den folgenden Ablaufplan beschlossen:

Das Fest wird veranstaltet – neben dem Festgottesdienst in unserer Kapelle – im Antoniusheim und einem Festzelt, das vor dem Antoniusheim aufgebaut wird.

Das Fest beginnt freitagabends mit einem Fassanstich durch den  Altortsvorsteher, Edmund Bohlen, im Festzelt. Im Anschluss werden junge Künstlerinnen und Künstler aus Niedersaubach im Festzelt den Abend bestreiten. Wir können jetzt schon versprechen, dass da Niedersaubach ganz schön viel zu bieten hat.

Der Samstagnachmittag eröffnet im Festzelt mit einem großen Kinderfest. Gleichzeitig wird Kaffee und Kuchen angeboten, und wer will, bekommt natürlich auch ein Bier vom Fass. Der Samstagabend wird vom Programm her im Antoniusheim bestritten: nach der Begrüßung durch unseren Ortsvorsteher und unseren Pastor wird Hermann Ludwig Meiser, der unsere Filialkirche von 1972 bis 1988 als Pfarrer wesentlich prägte und gestaltete, die Festrede halten. Unser Heimatprojekt wird im Anschluss die Kapellengeschichte kurz erläutern und anhand von historischen Bildern illustrieren. Musikalisch umrahmt wird der Festabend von unseren Somebodys.

Der Sonntag beginnt mit einem Festgottesdienst in der Antoniuskapelle, der von unserem Dechanten, Pastor Müller,  zelebriert und vom Lebacher Kirchenchor unter der Leitung von Jürgen Fröhlich untermalt wird. Im Festzug begibt sich danach die Festgemeinde, geführt vom Gresaubacher Musikverein, zum Frühschoppenkonzert ins Festzelt. Mittags gibt’s im Festzelt Mittagessen; am Nachmittag – bei Kaffee und Kuchen – erwarten uns Vorführungen von Kinder-Gruppen (Tanzen, Turnen, Kinderchor). Der Abend im Antoniusheim ist als Heimatabend angelegt. Einige Sketche werden gezeigt, die unsere Dorfgeschichte aufleben lassen. Unser Heimatprojekt wird Bilder aus unserer Dorfgeschichte zeigen. Unser Gemischter Chor wird, dirigiert von Walter Nimmesgern, Heimatlieder präsentieren, die auch unserem Dorf gewidmet sind. Bei offenem Singen, begleitet von Akkordeon-Musik, wird unser Fest ausklingen.

Wir hoffen jetzt schon auf große Anteilnahme und Mithilfe an bzw. bei unserem Kapellenjubiläum

Die Festvorbereitungsgruppe

Mi, Mai 5 2010 » Jahrestag, Jubiläum, Lothar Schmidt » No Comments